Denkmalschutz-Fördermittel für Martin-Luther-Kirche

07.07.2016 07:50 von Stephanus Parmann

Foto: Bodo Kubrak / Wikimedia

Nach einem intensiven Auswahlverfahren hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags am 22. Juni Gelder für eine Liste von Projekten freigegeben, die im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms VI vom Bund gefördert werden sollen. Eines dieser Projekte ist die Martin-Luther-Kirche in Neukölln. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble in der Fuldastraße ist seit langem dringend sanierungsbedürftig. Die Fassade des Turms ist inzwischen so stark beschädigt, dass der Bürgersteig mit einem Schutztunnel vor herabfallenden Mauerstücken geschützt werden muss. Die Sanierung der Martin-Luther-Kirche stellt die Kirchengemeinde allerdings finanziell vor eine besonders große Herausforderung, so der Neuköllner SPD Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu. „Ich freue mich deshalb sehr, dass bis zu 300.000 € aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm bewilligt worden sind“, betont er. ‚Martin Luther‘ präge das Bild der Fuldastraße weithin. Die Kirche sei mit ihren Kriegsnarben und dem spektakulären Altarbild ein unverwechselbares Stück Neukölln, so Felgentreu. Die Bundesmittel werden dazu beitragen, dass das auch auf Dauer so bleibe. „Ich habe die Martin-Luther-Gemeinde als sehr lebendig erlebt, getragen von Offenheit, Ideenreichtum und einem unermüdlichen Engagement. Diese Gemeinde hat ihre Arme und ihre Türen weit geöffnet, gerade auch für die Schwächsten im Bezirk, für Obdachlose, Einwanderer und Flüchtlinge. Für ihre anspruchsvolle Nachbarschafts- und Integrationsarbeit braucht ‚Martin Luther‘ neben engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unbedingt auch die geeigneten Räumlichkeiten.“ Es sei eine schöne Fügung, so Felgentreu weiter, dass die Sanierung der Kirche mit dem Martin-Luther-Jahr 2017 zusammenfällt.

Die Martin-Luther-Kirche ist von Fritz Gottlob als neugotischer Bau am 15. November 1909 fertig gestellt  worden.  Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zerstört. Der Wiederaufbau begann 1952 mit dem Architekten W. Rossa.  Fünf Jahre später weihte Bischoff Otto Dobelius die erneuerte Kirche ein. „1970 wurde nach Plänen des Architekten Günter Kohlhaus mit einem Umbau begonnen, der mit der Einweihung am 1. Oktober 1972 einen vorläufigen Abschluss fand“ heißt es im Onlinelexikon Wikipedia. Nach Einweihung der im Jahre 1905 errichteten Genezarethkirche sollte die wachsende Gemeinde Rixdorf  auch für den nordöstlichen Stadtteil für 15.000 evangelische Christen eine große Kuppelkirche auf dem Reuterplatz mit 1200 Plätzen bekommen, wogegen damals das Grundbuchamt Einspruch erhob. Stattdessen kam es zum Bau zweier kleinerer Kirchen in Straßenfluchten. Eine davon war die Martin-Luther-Kirche mit ursprünglich 1050 Plätzen. 1970 wurde nach Plänen des Architekten Günter Kohlhaus mit einem Umbau begonnen. Der Kirchraum wurde auf 350 Plätze verkleinert. So konnten ein Gemeindesaal und sechs Gemeinderäume entstehen.  Auch die  Akustik wurde verbessert, der Kirchraum wurde mit einer eingehängten flachen Holzdecke ausgekleidet. Die Altaranlage war nunmehr im Raum beweglich untergebracht.  Mit dem Abbruch der alten Treppenhäuser erhielt der Turm einen neuen Aufgang. So gewann man Raum für eine Altentagesstätte, für Kinderräume und einen Jugendclub. Am 1. Oktober 1972 weihte die Kirche ein Mosaikbild von Martin-Luther ein, hergestellt hatte es die Firma Puhl & Wagner.

Mit dem Denkmalschutz-Sonderprogramm VI beteiligt sich der Bund nun an der Sanierung von national bedeutsamen Denkmälern in ganz Deutschland. Insgesamt stehen 20 Millionen Euro Bundesmittel für den Denkmalschutz zur Verfügung, mit dem bundesweit 138 Denkmalschutzprojekte gefördert werden.

 

 

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