Deutscher Meister im Rollstuhlfechten aus Britz gibt nie auf

01.02.2017 17:18 von Stephanus Parmann

Im Kampf um die Deutsche Meisterschaft

Für die Teilnahme an den Paralympics 2020 in Tokio im Fechten braucht Rollstuhlfahrer Holger Kratzat finanzielle Unterstützung. Dass er ein Kämpfertyp ist, der nie aufgibt, geht aus seiner Biografie hervor. „Holger Kratzat begeistert durch seine sympathische Art, seinen stählernen Kampfeswillen, eine überdurchschnittliche Portion sportlichen Ehrgeiz und seine Erfolge in den vergangenen zwei Jahren. Ein großartiger Neuköllner, den ich gerne bei seinem Weg zu den Paralympics unterstütze“, betont die CDU Bundestagsabegordnete Christina Schwarzer und startete im Internet eine Crowdfunding beziehungsweise Spendenkampagne.

Vor etwa 30 Jahren verletzte sich Holger Kratzat bei einem schweren Unfall so sehr, dass er seitdem ein Leben im Rollstuhl führen muss. Nach langer Krankheit entdeckte der Mann, der in diesem Jahr seinen 50. Geburstag feierte, den Fechtsport für sich. Sport mochte er schon, doch für den Fechtsport begeistert hatte ihn eine Engländerin, die er kennenlernte. Das war vor fünf Jahren. Bereits 2015 „sagte mein Fechtmeister zu mir, er möchte, dass ich zu den Deutschen Meisterschaften im Rollstuhlfechten nach Greifswald fahre, um dort weitere Turnier-Erfahrungen zu sammeln. Tags darauf ging in Greifswald die Fechterei los, allerdings mit dem Degen, mit dem ich zuvor nie trainierte. Aber nach einem langen Tag in der Sporthalle und einigen Kämpfen, wurde ich Bronzemedaillen-Gewinner und freute mich sehr über meinen Erfolg. Insgeheim dachte ich mir, dass ich am nächsten Tag mehr erreichen wolle, da es nun mit dem Florett an den Start ging. Nur einige Stunden und Gefechte später bekam ich die Goldmedaille und wurde Deutscher Meister im Rollstuhlfechten: Mit diesen Erfolgen und zwei Medaillen kehrte ich also nach Berlin zurück“, erzählt er dem Onlineportal der Aktionsgemeinschaft Rudower Geschäftsleute www.hier-in-rudow.de

Verwandte ermöglichten Holger Kratzat Anfang Juli 2015 schließlich die Teilnahme am World Cup in Warschau, wo er ebenfalls punktete, sodass er zu diesem Zeitpunkt sogar im internationalen Ranking gelistet war. Dafür war allerdings ein Fechtrollstuhl nach internationalen Bestimmungen erforderlich, den Holger Kratzat als Empfänger von Grundsicherungsleistungen beim Sozialamt Neukölln nicht aus eigenen Mitteln finanzieren konnte.  Als der damalige Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (GRÜNE) durch einen Bericht in der Berliner Woche von seinem Problem erfuhr, lud er ihn kurzerhand in sein Amt ein und bewilligte dem Fechter aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB) die Finanzierung eines professionellen Fechtrollstuhls. Das ist aufwändig, weil der Rollstuhl exakt  an die Körpermaße des Sportlers und an die internationalen Bedingungen für diese Wettkämpfe angepasst werden musste. Damit war es Holger Kratzat möglich, den Fechtsport weiter auf hohem Niveau fortzuführen. Auch beim World Cup in Paris im Oktober 2015 verbesserte er sich im internationalen Ranking und qualifizierte sich weiter. Im Frühjahr 2016 gewann Holger Kratzat bei den Deutschen Meisterschaften im Degenfechten Silber, im Florett  holte er Bronze. Um an den Paralympics in Tokio teilnehmen zu können, muss er in diesem Jahr bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettkämpfen antreten, unter anderem am Welt Cup in Eger (Ungarn), in Stadskanaal (Niederlande) und in Warschau (Polen). Dafür ruft also nun die Bundestagsagebordnete Christina Schwarzer (CDU) auf der deutschen Internet-Plattform fairplaid.org auf, in den talentierten Behinderten-Sportler zu investieren. Die Zielsumme beträgt 4.000 Euro und muss bis zum 12. Februar 2017 zusammenkommen. An Talent mangele es Holger Kratzat nicht, auch nicht an Motivation oder Kampfgeist, betont Christina Schwarzer: „Ich würde mich freuen, wenn Holger Kratzat so viel Unterstützung wie möglich erhält. Die Crowdfunding-Kampagne ist hier zu finden:

Die Crowdfunding-Kampagne ist hier zu finden:

www.fairplaid.org/#!mission-paralympics

oder unter

www.christina-schwarzer.de/mission-paralympics

 

 

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