Die Kampmanns - Eine Berliner Künstlerfamilie

29.10.2017 11:47 von Stephanus Parmann

Die Kampmanns - Eine Berliner Künstlerfamilie

Auf Schloss Britz gibt es ab 11. November eine neue Ausstellung zu sehen. Die Kulturstiftung Schloss Britz präsentiert dann bis zum 11. März 2018 eine Sonderausstellung zur Berliner Künstlerfamilie Kampmann. Ausgehend vom Avantgardekünstler der 1920/30er Jahre Walter Kampmann werden Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen und Grafiken verschiedener Vertreter der Familie gezeigt. Ihre Werke und Biografien eröffnen Einblicke in die sich wandelnden Lebenswelten Berliner KünstlerInnen im 20. Jahrhunderts und in die kreative Schaffenskraft einer Familie.

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Arbeiten Walter Kampmanns (1887–1945) und seiner zweiten Frau Käte (1908–1997). Hinzu kommen ausgewählte Werke ihrer Söhne.  Zu sehen sein werdenWerke von  Rüdiger Utz (1935–2006) in der Bildhauerei und Winnetous (1927–2001) als Architekt. Außerdem gzeigt werden Gemälde seines Bruders Alexander (1898–1975) und Silberschmiedearbeiten des Sohnes Bodo (1913–1978).

Walter Kampmann gehörte mit seinem Oeuvre, das von der Malerei bis zur Bildhauerei reichte, zur Berliner Avantgarde der Weimarer Republik. Seine Arbeiten in dieser Zeit sind geprägt von einem expressiven Spiel der Elemente, Formen und Materialien. Kampmann nutzte eine Bildsprache, die sich aus seinen Arbeiten als Werbegrafiker und Buchillustrator entwickelte und die in seinen Werken als Bildhauer und Maler bis Anfang der 1930er Jahre bestimmend blieb. Walter Kampmann studierte und lehrte zunächst an der Kunstgewerbeschule in Wuppertal-Elberfeld. Ab 1919 Berlin wählte er als neues Lebenszentrum der Familie Berlin. So übernahm er an der Höheren Fachschule für Textil und Bekleidungsindustrie am Warschauer Platz die Leitung der Entwurfsklasse und wurde ein aktives und engagiertes Mitglied der 1918 gegründeten „Novembergruppe“. Diese Berliner Künstlervereinigung hatte sich der künstlerischen wie auch gesellschaftlichen Erneuerung verschrieben und vereinigte führende Köpfe der Klassischen Moderne aus Architektur, Malerei, Bildhauerei, Dichtung und Musik.  Die Machtübernahme der Nationalsozialisten setzte dieser produktiven Zeit im Leben Walters ein jähes Ende. Der Verein wurde verboten, die Kunst ihrer Mitglieder als „entartet“ verfemt und Walter Kampmann wurde das Lehramt entzogen. Seine Kunst änderte sich unter diesen Zwängen radikal. Er verlagerte sie hin zu einer zunehmend impressionistischen Formen- und Farbensprache.  Und immer wieder tauchen in diesen Zeichnungen und Aquarellen nun religiöse Themen auf. Daneben wählte er seine Familie und Landschaften oft als zentrale Motive. Es ist gerade die Farbigkeit und Strahlkraft dieser späten Werke, die den jungen Maler Friedensreich Hundertwasser tief beeindrucken werden. Entkräftet und gebrochen verstarb Walter Kampmann am 12.12.1945 in Rangsdorf.

SCHLOSS BRITZ präsentiert
vom 11.11.2017 bis 11.03.2018
Die Kampmanns  - Eine Berliner Künstlerfamilie, Mehr Informationen dazu unter:

http://www.schlossbritz.de/component/content/article/41-veranstaltungen/sonderausstellungen/416-kampmann

 

 

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