Die Pollensaison ist voll im Gange

15.06.2015 07:22 von Stephanus Parmann

Eine aktualisierte Pollen-App bietet individuell zugeschnittene Informationen

Ambrosia, Foto: Rudower Eigenheimer / Gerhard Ziegler

Zum Start der Hauptsaison des Pollenjahrs 2015 gab die „Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst“ mit Sitz an der Berliner Charité einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zum Pollenflug in Deutschland und zu Atemwegsallergien wie Heuschnupfen und Asthma heraus. Wichtigstes Ergebnis: Birkenpollen breiten sich in Deutschland unvermindert stark aus. Die Gräser- und Beifußpollensaison (Gräser/Süden 20.04.-15.09.; Gräser/Norden 30.04.-20.09. und Beifußsaison Süden: 05. 07.-15.09.; Beifuß Norden: 10.07.-20.09.) werden eine mittlere Stärke besitzen und unverändert auf dem Niveau der vergangenen 15 Jahre bleiben. Allergiker müssen sich auf eine mit 2014 vergleichbare Symptomstärke einstellen. Die Pollensaison für Ambrosiapollenallergiker beginnt im Süden des Landes um den 20.07. (Norden. 10.08.) und dauert etwa bis zum 20. September. Sie wird stark vom Fernflug der Ambrosiapollen aus der ungarischen Tiefebene und dem Gebiet des Plattensees beeinflusst werden. Hiervon werden vorwiegend die nördlichen und östlichen Bundesländer betroffen sein. Das Ende der Pollensaison wird für den 20.9. mit dem Ende des Flugs der Ambrosiapollen angenommen. Eine aktuelle Studie der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zeigt anhand des Beispiels der Stadt Berlin, dass die Pollenkonzentration selbst innerhalb einer Stadt sehr unterschiedlich sein kann. Erste Auswertungen zeigten, dass der größte Unterschied in der Birkenpollenkonzentration zwischen den Messstellen in den Berliner Bezirken bei mehr als 200 Prozent liegt. Auch die Verteilung der Gräserpollen zwischen den Berliner Bezirken unterscheidet sich deutlich, sogar um bis zu 300 Prozent. Gemessen wurde mit 16 Stationen, an sehr belebten Orten wie dem Bahnhof Zoo genauso wie in ruhigen Parkanlagen.

Die Studie zeigt, dass der Wohnort innerhalb der Stadt einen großen Unterschied für die Belastung durch Birken- und Gräserpollen ausmachen kann“, sagt Prof. Bergmann, Leiter dieser Studie. „Damit ist allerdings auch klar, dass die bisherigen beiden Messstellen in Berlin nicht ausreichen, um für Pollenallergiker eine genau Belastungsvorhersage zu liefern. Wir benötigen wesentlich mehr Messpunkte“, so Bergmann.

Im Vergleich der Jahre 2013 und 2014 hat die Zahl der Birkenpollen in Deutschland um mehr als 19 Prozent zugenommen, rund 70 Prozent der wichtigsten allergenen Pollen sind Birkenpollen. Einen Grund für den Anstieg sieht die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) darin, dass die Birke in den öffentlichen Bereichen vieler Städte trotz gegenteiliger Empfehlungen durch den PID und andere Organisationen unvermindert angepflanzt wird.

„Ich gehe davon aus, dass Baumpollenallergien insgesamt weiter deutlich zunehmen werden“, sagt Prof. Dr. med. Karl-Christian Bergmann, Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. „Da die Baumpollenallergie dazu neigt, sich von einem allergischen Schnupfen zu einem allergischen Asthma auszuwachsen, sind Heuschnupfenpatienten besonders angesprochen, ihren Hausarzt oder Allergologen aufzusuchen, um sich rechtzeitig mit antiallergischen Medikamenten zu versorgen oder eine Immuntherapie zu besprechen.“

Jeder zweite Baumpollenallergiker reagiert zudem allergisch auf Kern- und Steinobst, wie Haselnüsse, Äpfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen. Daher wächst die Zahl der Menschen in Deutschland, die bestimmtes Obst oder Gemüse nicht mehr essen können, da sie ansonsten im Mund unangenehme Symptome wie Juckreiz, Schwellung der Schleimhäute oder der Zunge verspüren würden.

APP für Pollenallergiker

Die kostenlose Pollen-App der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) bietet Allergikern, sich mit ihrem Smartphone über ihre Allergenauslöser informieren. Damit erhalten Allergiker eine persönliche Unterstützung für den Umgang mit ihrer Allergie - individuell zugeschnitten auf die jeweiligen Bedürfnisse. Vor einigen Tagenging die Pollen-App 4.0 an den Start. Informationen dazu und den kostenlosen Download der aktualisierten App finden Interessierte unter www.pollenstiftung.de

 

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