„Die Summanden der Zeit“

23.06.2015 07:32 von Stephanus Parmann

Emel Geris zu Gast in Schwarzers Bundestagsbüro

v.li. Emel Geris mit der CDU- Bundestagsabgeordneten Christina Schwarzer

Emel Geris, Neuköllner Künstlerin mit türkischen Wurzeln, stellt zurzeit ihre surrealen Gedankencollagen im Bundestagsbüro der Neuköllner CDU-Bundestagsabgeordneten Christina Schwarzer als Leihgabe für das aktuelle Quartal zur Verfügung.

Ihre Kunstwerke geben die persönliche Sicht von Emel Geris auf das menschliche Dasein wieder. Dafür benutzt sie Motive aus der europäischen sowie orientalischen Kunstgeschichte und kombiniert diese mit zeitgenössischen Elementen wie einem Punk-Schuh oder Memozettelchen. Viele Bilder sind wie Bühnen aufgebaut, bei denen der Blick von innen nach außen in eine andere, imaginäre Welt wandert. Die Themen kreisen um die Gegensätze von Wahrheit und Lüge, Leben und Tod, Heimat und Exil, Angst und Hoffnung.

Organisiert wird das wechselnde Kunstprojekt durch Dr. Martin Steffens, Leiter des Kulturfestivals „48 Stunden Neukölln“. Er half Christina Schwarzer tatkräftig bei der Auswahl der Künstler und Kunstobjekte unterstützt und berät. Interessierte Künstler aus Neukölln erhalten so die Chance der „Weißen Wand im Schwarzer Bundestagsbüro“ einen neuen Ausdruck zu verleihen.

Emel Geris ist 1980 in Kayseri (Türkei) geboren. Sie studierte an Universitäten und Kunstakademien in der Türkei und in Deutschland. Sie lebt und arbeitet heute in Berlin. Ihre Kunstwerke sind auf zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu bewundern.

Eines der Leihgabe-Bilder „Die Summanden der Zeit“ stellt einen bühnenartigen Raum dar, in dem sich verschlüsselt und hinter Symbolhaftem versteckt, Grunderfahrungen der menschlichen Existenz – wie zum Beispiel Angst und Hoffnung, Sieg und Niederlage – widerspiegeln. Unter den „Summanden der Zeit“ sind die Gedanken, Erfahrungen und Momente zu verstehen, die sich in ihrer Vielfalt und in ihrer Gegensätzlichkeit zu einem Leben zusammensetzen, das in Raum und Zeit stattfindet und sich schließlich zu einem großen Ganzen hin verdichtet. So zeigt das Bild neben einer grauen Stadt, die sich in Angst und Schrecken befindet, und einem Atompilz, der gleichzeitig als Schleier und Vorhang für die rätselhafte Szenerie dient, ganz im Vordergrund auch ein unbeschriebenes weißes Blatt.  Es hängt an einem Haken und symbolisiert eine greifbare und unbescholtene Sehnsucht sowie Hoffnung auf einen Neuanfang. So erscheint trotz des Umsturzes und der Niederlage, die durch die umgefallene Blumenvase zum Ausdruck kommt, doch noch ein Sieg möglich und zum Greifen nahe.

Nähere Informationen zur Künstlerin und ihren Werken finden Sie unter: http://www.emelgeris.com

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