Freunde Neuköllns luden zum Jahresempfang

15.04.2019 15:30 von Stephanus Parmann

Zum ersten Mal hat der Jahresempfang der Freunde Neuköllns in den Vereinsräumen der Rudergesellschaft Wiking (RG Wiking) stattgefunden. Und das hatte einen Grund. Denn die RG Wiking ist nun das erste korporative Mitglied der Freunde Neuköllns, freute sich Bertil Wewer, 1. Vorsitzender der Freunde Neuköllns, des Vereins, der sich um die Städtepartnerschaften des Bezirks verdient macht. Er begrüßte die Gäste und Mitglieder der Freunde Neuköllns. Unter ihnen Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD), der SPD Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu, der Fraktionsvorsitzende der  Neuköllner CDU, Gerrit Kringel, die Kulturstadträtin Karin Korte (SPD), Derya Caglar vom Berliner Abgeordnetenhaus (SPD), Andrew Walde von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Friedemann Walther, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Neukölln sowie der Präsident der SG Neukölln Michael Steinke. Ebenso unter den Gästen waren Michael Binek  von der Abteilung Fußball des TSV Rudow 1888 und Jens Gnielka vom SV Grün-Weiss Neukölln. Nach Wewer begrüßte auch Dr. Wolfram Miller vom Vorstand der RG Wiking ganz herzlich die Gäste und stellte seinen Verein vor. Zu den spektakulären Erfolgen der Ruderer zählt die Deutsche Meisterschaft im Achter im Jahr 1936 in Berlin-Grünau. Der Achter qualifizierte sich damit für die Olympischen Spiele in Berlin und gewann die Bronzemedaille knapp hinter den USA und Italien. Die RG Wiking zählt heute als reiner Männerverein mit rund 250 Mitgliedern (40 Jugendlichen) zu den erfolgreichsten Rudervereinen des Deutschen Ruderverbandes. In der über 120-jährigen Vereinsgeschichte konnten insgesamt über 1800 Siege errudert werden. Darunter drei Olympiateilnahmen mit dem Gewinn von zwei Bronzemedaillen, drei Weltmeisterschaften, zwei Vize-Weltmeisterschaften 2014 und 2015 im Lgw.- Doppelvierer der Männer und eine Weltmeisterschaft U23. Hervorgehoben hat Miller auch die seit zwei Jahren bestehende Kooperation mit den Frauen vom Neuköllner Ruderclub Berlin, die vor Ort bei den Wikinger in der Haarlemer Straße trainieren.  Auch Bezirksbürgermeister Hikel sprach ein Grußwort. Er hob angesichts des erstarkenden europafeindlichen Rechtspopulismus die Bedeutung der Städtepartnerschaften hervor, die zur Stärkung Europas und der europäischen Gemeinschaft beitragen. 

 

Danach hatte Bertil Wewer wieder das Wort, stellte seinerseits die Geschichte der Freunde Neuköllns vor und gab Auskunft über den Stand der Städtepartnerschaften. Der Verein setzt sich ein für Völkerverständigung und Kultur. Gegründet wurde er am 8. März 1983 mit dem Ziel der Erhaltung von Baudenkmälern im Bezirk, so Wewer. Der Verein arbeitet ehrenamtlich, ist überparteilich und überkonfessionell. „Seit 1997 liegt der Schwerpunkt der Aktivitäten der Freunde Neuköllns in der Pflege der Städtepartnerschaften des Bezirks. Es bestehen derzeit 14 Städtepartnerschaften, eine „U-Bahn-Partnerschaft“ und es gibt vier „befreundete Städte“, hob Wewer hervor. Aktuell habe der Verein  37 Mitglieder, wobei sich ein „aktives Dutzend“  an jedem 2. Freitag im Monat um 18.00 Uhr trifft, ab Mai 2019 finden die Treffen wieder im Rathaus Neukölln im Leonberg-Zimmer statt. Zu den mit Neukölln befreundeten Städten gehören Anderlecht in Belgien, Boulogne-Billancourt in Frankreich Hammersmith & Fulham in England, Zaanstad in den Niederlanden, Wetzlar, Köln,  Leonberg,  Bat-Yam in Israel,  Marino in Italien, Spandau, Usti nad Orlici, Puschkin, das  Standortsanitätszentrum Berlin,  Prag 5, Cigli in der Türkei und Hof. Doch nicht zu allen  Städtepartnern und befreundeten Städten  bestehen derzeit Kontakte. So nicht zu Anderlecht, Hammersmith & Fulham, Zaanstad, Marino, Bat-Yam, Puschkin, Cigli, Braunfels, Frankenthal und Figueres in Spanien. 

 

Sehr gute Kontakte bestehen allerdings zu Boulogne-Billancourt. Mitglieder der Freunde Neuköllns besuchen den Ort regelmäßig zum 8. Mai, um gemeinsam mit den Franzosen an das Ende des zweiten Weltkriegs zu erinnern. Hier werde man stets in allen Ehren empfangen, so Wewer. Derzeit geplant sei ein Jugendaustausch mit U 14 Fußballern aus Villefranche Beaujolais, der vom 24. -29. April stattfinden soll. Vom 7.- 12. Juni sollen Jugendliche vom BSV Grün-Weiss Neukölln 1950 und  dem TSV Rudow 1988 zu einem Gegenbesuch nach Frankreich reisen. Für den 8. Mai 2020, dem 75. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Endes des Zweiten Weltkriegs, ist ein gemeinsames Jugendfußballturnierprojekt geplant. Gute Kontakte bestehen derzeit auch zu Wetzlar. Noch bis zum 16. Juni läuft auf Schloss Britz die Ausstellung Magic Moments, die eine Hommage an Leica ist. Für  den Zeitraum vom 26.- 28. Juli ist eine Reise zum Wetzlarer Weinfest geplant. Die Wetzlarer werden schließlich zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt erwartet. Starke Kontakte gibt es auch nach Leonberg, Freunde aus Leonberg waren unter den Gästen beim Jahresempfang. Regelmäßig besuchen die Neuköllner im Februar den Leonberger Pferdemarkt. So war auch das auch in diesem Jahr, in dem Bezirksbürgermeister Hikel mit vor Ort war. In Planung ist auch die Revitalisierung der Kontakte zur Stadt Bat-Yam in Israel. Geplant ist eine 10-Tagesreise mit Jugendlichen der 9. Klasse der Rütli Schule nach Israel, was von Gast Andrew Walde von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sehr begrüßt wurde. Für die Israelreise kooperiert die Rütli-Schule mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus. In Planung ist zusammen mit der einstigen Kapitänin der israelischen Volleyballnationalmannschaft und deutschen Volleyballbundesligaspielerin Tatjana Frage auch der Aufbau von Mamanet, dass den Neuköllnern die Sportart „Cachibol“, eine dem Volleyball ähnliche Sportart für Frauen aller Altersgruppen nahebringen soll. Im Rahmen dessen will Sportstadträtin Korte auch die Städtepartnerschaft Neukölln - Bat-Yam wieder mit Leben erfüllen, denn dort gibt es mehrere im Mamanet organisierte Cachibol Teams, die nach Neukölln eingeladen werden sollen. Sehr gute Kontakte gibt es auch nach Böhmen in Tschechien. So nach Horni Cermná und nach Ústi nad Orlici, was mit den Wurzeln der Bewohner des Böhmischen Dorfes in Rixdorf zu tun hat. Auch hier sind Reisen geplant. Die Böhmen kommen auch jährlich zum Strohballenrollen nach Rixdorf und zum Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Kontakte gibt es auch zum Standortsanitätszentrum Berlin Deutschland, dies seit (10.06.1991). 2019 jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal. Zusammen mit dem Standortsanitätszentrum der Bundeswehr macht machen sich die Freunde Neuköllns am 4. Mai auf zum 17 km langen Mauerwegmarsch, der durch Britz, Buckow, Rudow und Schönefeld führt. Der Verlauf führt wechselseitig im Verlauf entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, der Rudower Höhe, dem Dörferblick und dem Mauerpark.

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