Kerzenscheinmusik 7 - Mum Işığı Dinletileri 7

19.01.2017 09:28 von Stephanus Parmann

Das Berliner Ensemble für türkische klassische Musik e.V. gibt am Samstag, dem 28. Januar im großen Saal im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt um 19.00 Uhr ein Konzert, das unte derm Motto Kerzenscheinmusik steht. Das Ensemble wurde im Jahr 1988 als Chor gegründet. Als politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängiger Verein setzt er sich für den interkulturellen und interreligiösen Dialog ein. Der Chor hat sich zur Aufgabe gestellt, die türkische klassische Musik in traditioneller Weise aufzuführen. Damit soll diese kulturelle Tradition lebendig praktiziert werden und vor allem der jüngeren Generation, aber auch breiteren Bevölkerungsgruppen vermittelt werden. Mit Hilfe der Musik will das Berliner Ensemble für türkische klassische Musik e.V. als Verein den Dialog mit anderen Kulturen aufrechterhalten und ihn aufbauen, soweit er noch nicht besteht. „Auf diesem Wege möchten wir die kulturelle Identität unserer Bevölkerungsgruppe aufrechterhalten, sie weiterentwickeln und zu ihrer Verbreitung beitragen“, heißt es von Seiten des Vereins. Seine Chormitglieder gehören den unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen an. Der Verein stellt einen der ältesten und größten türkische Chöre in Deutschland und Europa. Er veranstaltet neben den üblichen Aktivitäten, wie regelmäßige Übungsabende, Seminare, theoretischen Unterricht und Proben auch zahlreiche Konzerte in Berlin und anderen Städten in Deutschland. So präsentiert er die Konzertreihe „Mum Işığı Dinletisi“. Sie begann im Jahr 2013 eben mit der Absicht, türkische klassische Musik in traditioneller Weise aufzuführen und damit die kulturelle Tradition zu pflegen und einem größeren Publikum zugänglich zu machen. In kürzester Zeit entwickelte sich die „Kerzenscheinmusik“- Konzertreihe zur Freude des Ensembles zu einem großen Erfolg. Sie wird bereits zum siebten Mal im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt präsentiert.

Zu den Erfolgen des Ensembles zählt beispielsweise ein griechisch-türkisches Konzert, das unter dem Motto „Unsere Lieder sind Brüder" am 16. Dezember 2000 des Senats für Kultur, Forschung und Wissenschaft. Damit wollte das Ensemble die kulturellen Beziehungen zwischen Griechen und Türken intensivieren und so zu Annäherung der Völker beitragen. Das Interesse der Berliner sowie der Deutschen und türkischen Presse war damals recht hoch. Am 19. Mai 2001 organisierte das „Berliner Ensemble für türkische klassische Musik e.V.“ anlässlich des „Genclik ve Spor Bayrami" – das ist ein Sportfest für die türkische Jugend, das von Kemal Atatürk,dem Gründer der Türkei ins Leben gerufen wurde – einen „Kurtulus Savasi Destani", ein Epos des Türkischen Befreiungskrieges. In dieser musikalischen Darstellung wurden die Gedichte des berühmten Dichters  Nâzım Hikmet szenisch umgesetzt. Nâzım Hikmet habe es trotz Verfolgung, Publikationsverbot und Exil geschafft, die türkische Literatur nachhaltig zu prägen, so das Online Lexikon Wikipedia. Dazu gehöre, dass er die osmanische Versform überwindet hat und Einflüsse der Literatur der Moderne aufnimmt. Im Mittelpunkt stehe ein sozialrevolutionäres Pathos, das jedoch immer auch getragen sei von einer „Heimatverbundenheit mit dem einfachen Volk“. Die jedoch sei bei Hikmet verbunden mit einer Absage an jeden romantisierenden Orientalismis. Der tükische Pianist und Komponist Fazil Say, der 2012 in der Türkei wegen „Verunglimpfung religiöser Werte“ angeklagt wurde, widmete Hikmet ein Oratorium. Immer wieder setzt das Berliner Ensemble für türkische klassische Musik e.V. mit seinen Konzerten Zeichen, ob für den Klimaschutz, für ein würdiges Zusammenleben mit Menschen mit Handicap oder mit einem Konzert gegen Gewalt in der Kindererziehung.

Karten: 10,- € VVK, 12,- € Abendkasse

Reservierung: Tel. 030 / 902 39 - 14 16 oder

www@tickets-gemeinschaftshaus.de

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