Neues Umweltbildungszentrum im Britzer Garten

29.10.2017 11:06 von Stephanus Parmann

Umweltbildungszentrum Foto: Marina Goertz

Neues Umweltbildiungszentrum im Britzer Garten fertiggestellt

Ende Juni vergangenen Jahres erfolgte die Grundsteinlegung für ein neues Umweltbildungszentrum im Britzer Garten. Das wurde nun am 18. Oktober im Beisein von Neuköllns Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (SPD) eingeweiht. Mit ihr am roten Band standen Umweltstaatssekretär Stefan Tidor, Michael Freiberg, Vorsitzender des Vereins Freilandlabors Britz e.V. und Grün Berlin Geschäftsführer Christoph Schmidt. Staatssekretär Tidor war anstelle von Umweltsenatorin Regine Günther gekommen. Sie betonte in ihrem Grußwort, der IGA-Campus habe gezeigt, „wie viel Begeisterung Umwelt- und Naturschutz zum Anfassen bei den jungen Menschen wecken“ könne. Von daher freue sie sich, dass diese erfolgreiche Arbeit jetzt auch hier im Britzer Garten fortgesetzt werden könne. Auf dem Campus der IGA Berlin 2017 konnten Kinder aus einem Samenkörnchen selbst eine schöne Blume ziehen, saftige Tomaten direkt vom Feld ernten und verarbeiten oder Libellenkinder unter dem Binokular beobachten. Sie wurden damit für Natur und Umwelt sensibilisiert. Neben grünen Themen wie Gärtnern und Pflanzen, biologische Vielfalt, gesunde Ernährung und Bewegung standen auch aktuelle globale Fragestellungen auf dem Stundenplan. So Fragen wie: Was bedeuten eigentlich „Nachhaltigkeit und fairer Handel oder Lässt sich der Klimawandel stoppen? Das mit 2 Millionen Euro aus Mitteln des  Sondervermögens wachsende Stadt (SIWA) geschaffene neue Umweltbildungszentrum im Britzer Garten soll also als „Grüner Lernort“ ein Treffpunkt sein, an dem zeitgemäße Umweltbildung in unterschiedlichen Formaten angeboten wird. Dort werden nun ganzjährig auch die Angebote des Freilandlabors Britz „ein neues beheizbares Zuhause“ finden. „Wir freuen uns sehr, dass das Umweltbildungszentrum pünktlich seine Türen öffnet“, betonte Christoph Schmidt und dankte dem Land Berlin und der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für die Bereitstellung der Mittel und ihr Engagement. Schmidt sprach auch allen am Bau beteiligten Planern, Firmen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Grün Berlin GmbH seinen Dank aus.

 

Der in einer ambitionierten, zeitgenössischen Architektur und aus größtenteils nachwachsenden Rohstoffen erstellte rund 300 qm große Neubau des österreichischen Architekturbüros Hermann Kaufmann ZT GmbH beherbergt Seminar- und Veranstaltungsräume zur Umweltbildung und zeigt sich als schwebender Pavillon zwischen dem alten Baumbestand. Er weist eine vogelnestartige Struktur auf aus schräg angeordneten Holzstäben, die sich wie ein Band um das Gebäude ziehen und die innenliegenden Räume des Umweltbildungszentrums erahnen lassen. So entsteht ein fantastisches Wechselspiel zwischen Fassade, Umgebung, Außen- und Innenraum, das neugierig  macht und sich Besucher des Britzer Gartens in das Gebäude locken wird. Die Grundstruktur des Pavillons wird durch 9 mal 4 Meter große Boden- und Deckenelemente gebildet. Die Montage konnte aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades sehr rasch erfolgen. Für das neue Gebäude im Britzer Garten wurden weitgehend nachwachsende Rohstoffe verwandt. So unter anderem Weißtannenstäbe für die Fassade oder Thermokiefer für die Fußböden. Dadurch sind das Kohlendioxid-Potential sowie der Primärenergieverbrauch des Umweltzentrums im Britzer Garten erheblich niedriger als bei vergleichbaren Bauten in mineralischer Bauweise. Die Beheizung erfolgt über eine umweltfreundliche Luft-Wärmepumpe. Auch die Dachbegrünung trägt dazu bei, die Nachhaltigkeit des Gebäudes zu verbessern. Für die Gestaltung der Außenanlagen zeichnet das Büro für Landschaftsarchitektur „plan context“ aus Berlin verantwortlich. Diese bilden mit dem „schwebenden“ Umweltbildungszentrum und den Nebengebäuden eine gestalterische Einheit. Zentraler Ort für Veranstaltungen, Ausstellungen, Unterricht und Arbeit im Freien ist das zwischen neuem Gebäude und benachbartem Wäldchen liegende „Umweltforum“. Die überdachte Ausstellungsfläche wird mit mobilen Ausstellungswänden ausgestattet, die Interessierte zu Themen der Stadtnatur und ihrer Phänomene mit wechselnden Ausstellungen einlädt, andererseits aber auch ein überdachter Lernort im Freien sein kann. Von diesem Ort starten die Naturstreifzüge ins angrenzende Wäldchen, zum Kopfweidenpfuhl, zum Bachlauf oder in das Feuchtbiotop des Britzer Gartens. „Das Freilandlabor Britz ist als Umweltzentrum bereits seit 30 Jahren auf diesem Gebiet aktiv und betreut im Jahr etwa 300 Kitagruppen und Schulklassen mit 200 Führungen und Seminaren“, freute sich Bezirksbürgermeisterin Giffey. „So erleben und entdecken Großstadtkinder die Natur und Umwelt und lernen an frischer Luft mehr als in jedem Klassenraum“.

 


 

 

 

 

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