Neukölln veröffentlicht Gesundheitsbericht

03.10.2019 07:27 von Stephanus Parmann

Laut dem nun veröffentlichten Neuköllner Gesundheitsbericht lebt jeder elfte Neuköllner über 65 Jahre in Altersarmut. Dieser Wert werde in Zukunft weiter steigen, da der Anteil von erwerbstätigen Menschen zwischen 45 und 54 Jahren in keinem Berliner Bezirk so gering ist, wie in Neukölln. Das habe auch gesundheitliche Auswirkungen.

Das ist eines von vielen Ergebnissen des aktuellen Neuköllner Gesundheitsberichtes, der sich in diesem Jahr ausführlich mit Neuköllnerinnen und Neuköllnern zwischen 50 und 80 Jahren befasst. Armut wird dabei im Verhältnis zum durchschnittlichen Einkommen in Berlin definiert. Diese Armutsgefährdungsquote kann daher keine Aussage über den tatsächlichen Lebensstandard treffen. Sie kann aber als Hinweis auf eine drohende soziale Ausgrenzung dienen. 2Bis zu 68 Prozent aller Berechtigten beantragen keine Grundsicherung, obwohl sie ihnen zusteht", so Gesundheitsstadtrat Falko Liecke. Er sieht in gut bzahlter Arbeit einen Ausweg aus der Falle der Altersarmut, denn diese sei "nur selten umkehrbar".

Klar erkennbar ist auch der Zusammenhang von niedrigem Sozialstatus und weniger Bildung und  weniger Zugang zum Gesundheitssystem. Arme Menschen sind häufiger von chronischen und psychischen Erkrankungen betroffen, die Lebenserwartung ist bei Männern um elf und bei Frauen um acht Jahre verkürzt.

 Der gesamte Bericht ist hier erhältlich: https://t1p.de/GBENKN  - eine Zusammenfassung  findet sich ab Seite 104. Der Bericht beinhaltet auch Handlungsvorschläge und wichtige Informationen zum Gesundheits- und Sozialsystem, die insbesondere für Menschen ab 50 Jahren hilfreich sein können.

Die Gesundheits- und Sozialberichterstattung des Bezirksamtes Neukölln veröffentlicht regelmäßig Berichte zur gesundheitlichen und sozialen Lage im Bezirk.

Alle bisher erschienenen Berichte sind ebenalls abrufbar unter: https://t1p.de/GBENKN.

 

 

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