Neuköllner Kriegskinder - Videoinstallation von Ina Rommee 

10.01.2020 13:11 von Stephanus Parmann

Foto: © Stefan Krauss



Vor 75 Jahren endete der II. Weltkrieg. Seine Spuren sind bis heute sichtbar: So an der Kaiser-Wilhlem-Gedächtniskirche am Kudamm, an Einschusslöchern in Häusern, an den Funden von Weltkriegsbomben in Berlin, die entschärft werden müssen oder an den vielen Zwangsarbeiterlagern in der Hauptstadt, wo die Gefangenen für die Kriegsproduktion arbeiten mussten. Die Überlebenden tragen die Spuren des II.Weltkriegs auch in sich als Erinnerungen, die sie, ihr Leben und das Leben ihrer Kinder geprägt haben. In der Videoinstallation „Neuköllner Kriegskinder“, die das Museum Neukölln noch bis zum 5. April zeigt,  werden solche Spuren offen gelegt. Hier berichten Zeitzeugen von ihrer Berliner Kindheit am Ende des Zweiten Weltkriegs in Neukölln. Die Videoinstallation entstand als Projekt der Medienkünstlerin Ina Rommee in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Stefan Krauss über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Den Interviewpartnern wird hier die Gelegenheit gegeben, ihre ganz persönlichen Erinnerungen zu teilen. Im Alter zwischen vier und siebzehn Jahren erlebten sie die Schrecken der letzten Kriegsjahre und stehen stellvertretend für eine ganze Generation junger Menschen in Deutschland. Ihre Erzählungen reichen von bewussten Erinnerungen und detaillierten Beschreibungen bis hin zu subjektiven Empfindungen, die sie mit Kriegserlebnissen in Verbindung bringen. Diese sind mitunter sehr emotional, mitunter auch erschreckend nüchtern. Der Videoinstallation „Neuköllner Kriegskinder“ gelingt es, ein zentrales Thema der deutschen Erinnerungskultur in künstlerisch anspruchsvoller Weise zu präsentieren. Sie öffnet auf sensible Art und Weise den Zugang zu einem weithin verdrängten Kapitel der deutschen Geschichte.

Neuköllner Kriegskinder


Videoinstallation von Ina Rommee 
in Kooperation mit Stefan Krauss


bis 05. April 2020
 Museum Neukölln, Alt-Britz 81, 12359 Berlin

Veranstalter: Museum Neukölln, Alt Britz 81, 12359 Berlin


Öffnungszeiten: täglich 10.00 - 18.00 Uhr 
Verantwortlich: Dr. Udo Gößwald, Tel. 030 / 627 277 727


info@museum-neukoelln.de, 
www.museum-neukoelln.de  


Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Neuköllner Kriegskinder“ im Januar

Neben der Ausstellung gibt es sehr interessante Begleitveranstaltungen zur Ausstellung

Donnerstag, 16. Januar 2020 um 19 Uhr im Museum Neukölln


Die Gedächtnislosen. Erinnerungen einer Europäerin


Lesung von Géraldine Schwarz



Die französisch-deutsche Journalistin Géraldine Schwarz sieht sich eines Tages damit konfrontiert, dass ihr Großvater 1938 eine Firma durch "Arisierung" erwarb. Sie hatte ihn nie für einen überzeugten Nazi gehalten, aber sein Vorgehen zeigt: Er war zumindest Nutznießer der fortschreitenden Entrechtung der Jüdinnen und Juden nach 1933. Ausgehend von der Reflexion über die Rolle der eigenen Familie in der Zeit des Nationalsozialismus beleuchtet die Autorin in ihrem viel beachteten Buch den gesellschaftlichen Umgang mit der Vergangenheit in Frankreich und Deutschland über mehrere Generationen.


Sonntag, 26. Januar 2020 um 11:30 Uhr im Museum Neukölln


Kinder der Blockade


Preview des Films von Ina Rommee und Stefan Krauss
, Länge 55 min., Originalfassung mit Untertitel



Neun Überlebende der Leningrader Blockade berichten über ihre ganz persönlichen Erinnerungen während der Belagerung Leningrads (8. September 1941 – 27. Januar 1944) durch die deutsche Wehrmacht. Der Film ist in Zusammenarbeit mit dem Club Dialog e.V. und dem Verein Lebendige Erinnerung entstanden, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Tragödien, die sich während des Zweiten Weltkriegs in der Stadt an der Newa ereignet haben, von dem Vergessen zu bewahren.

Anschließende Diskussionsrunde mit
Ina Rommee, Stefan Krauss, Prof. Dr. Jörg Echternkamp (Historiker) und Dr. Natalja Jahn (Zeitzeugin) 
Moderation: Eric Denis Strohmeier (Historiker)



Der Eintritt ist frei!

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