Schlägerei im Schwimmbad

06.07.2015 13:15 von Stephanus Parmann

Im Columbiabad ging es bei extremer Hitze gar nicht mehr „Cool am Pool“ zu

„Nachdem es gestern Nachmittag in einem Freibad am Columbiadamm in Neukölln zu einem Landfriedensbruch gekommen war, wurde das Schwimmbad vom Betreiber vorzeitig geschlossen und mit Hilfe der Polizei geräumt „ heißt es in einer Pressemeldung der Polizei. Gegen 17.15 Uhr wurde diese von einer Verantwortlichen des Bades alarmiert, weil es dort zu einer Schlägerei zwischen bis zu 60 Personen gekommen war. Als die Polizisten wenig später eintrafen, hatten sich alle Beteiligten bereits wieder im Bad verteilt, so dass sie nicht mehr ermittelt werden konnten. Zeugenbefragungen ergaben, dass es wohl zunächst zu einer Schlägerei zwischen zwei Jugendlichen gekommen war, an der sich wenig später bis zu 60 Personen beteiligt hatten. Die Polizisten schrieben Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs und Nötigung. Auf Bitten der Bäderbetriebe halfen die Polizisten mit Lautsprecherdurchsagen und durch Ansprechen dabei, die Badegäste zum vorzeitigen Verlassen das Schwimmbades aufzufordern und es zu schließen. Das verlief ohne Zwischenfälle.

Da es gerade an heißen Tagen immer wieder zu Konflikten in den Freibädern kommt, wurde das Projekt „Bleib Cool am Pool“ ins Leben gerufen. Es ist ein gewaltpräventives Konfliktlotsenprojekt, das 2011 zunächst für das Kreuzberger Prinzenbad und das Neuköllner Columbiabad entwickelt wurde und bislang recht erfolgreich lief, auch in  Kombibad Gropiusstadt werden sie eingestzt. Der Grund für die Projektgründung durch Mitarbeiter der gemeinnützigen GSJ – Gesellschaft für Sport- und Jugendsozialarbeit (GSJ) waren gelegentliche gewalttätige Auseinandersetzungen, die in den Jahren zuvor während der Sommermonate in einigen Berliner Freibädern vorrangig von jugendlichen Badegästen hervorgerufen wurden.  Die GSJ-Mitarbeiter setzten in den Jahren 2011-2013 in den GSJ-Projekten KICK-Kreuzberg, BEIspielhaft, SBK NaunynRitze, Neukölln und Wild-Aktiv zusammen mit der Polizei Berlin – Direktion 5, den Berliner Bäderbetrieben, dem Interkulturellen Beratungs- und Begegnungs-Centrum und der Sportjugend Berlin das Projekt um. Im vergangen Jahr erhielt „Cool am Pool“ den mit 1000 Euro dotierte Sonderpreis des Berliner Präventionspreises- der Landeskommission Berlin gegen Gewalt der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, gestiftet von der Securitas GmbH Sicherheitsdienste.

Die Konfliktlotsenteams von Bleib cool am Pool" aus unterschiedlichen Ethnien, unterschiedlicher Religionszugehörigkeit, von unterschiedlichem Alter und Geschlecht wirken durch ihr bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement als Vorbilder für ihre eigene Community und andere gesellschaftliche Gruppierungen. Die ehrenamtlich tätigen, jungen Menschen werden im Vorfeld von der Direktion 5 geschult und in Teams eingesetzt. Sie begleiten unter anderem die Besucher des Neuköllner Freibades, indem sie zum einem für Auskünfte zur Verfügung stehen, Erste-Hilfe leisten bei kleineren Verletzungen wie Insektenstichen oder Schnittverletzungen und eben Konflikte in der Entstehung erkennen und dagegen aktiv werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei ihre interkulturelle Kompetenz, denn Konflikte ergeben sich zum Teil auch aus der unterschiedlichen Herkunftsethnie der Besucherinnen und Besucher. Die Tätigkeit der Konfliktlotsen ist gewaltpräventiv, deeskalierend und integrativ.

 

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