Adventsbasar in Rudow

20.11.2016 22:05 von Stephanus Parmann

Foto: Stephanus Parmann

Die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute Dorfkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Rudow in der Köpenicker Straße 187 bildet die wunderschöne Kulisse für den beliebten Rudower Adventsbasar. Hier erklingen Chor und Posaunen, während es nach Glühwein, Kuchen und Kaffee duftet und das Auge an der Vielzahl der geschmückten Stände allerlei schöne und selbstgefertigte Dinge erblickt. Besonders die kleinen Gäste dürfen staunen, denn extra für sie ist die beliebte Kindereisenbahn aufgebaut. Wer hier etwas Schönes entdeckt und kauft, tut sich und anderen auch noch Gutes. So geht in diesem Jahr der Erlös des Adventsbasars je zur Hälfte an den „Kältebus Neukölln“ und an das Kinderhospiz Sonnenhof, wertvolle Einrichtungen, die auf Spenden angewiesen sind.

Wer einmal wie wir die Gelegenheit hatte, mit dem Kältebus der Berliner Stadtmisson eine Nacht mitzufahren, weiß, dass hier jeder Cent bestens aufgehoben ist. Schließlich geht es darum, Menschenleben zu retten vor dem Kältetod, der jedem in den kalten Tagen droht, der auf der Straße lebt. Das Kältebusteam sucht die Wohnungslosen regelmäßig auf der Straße auf und fährt sie auf ihren Wunsch zu einem sicheren Übernachtungsplatz. Auch weiß das Team genau, wo es bestimmte obdachlose Menschen auffindet, die in der Nachtanabgelgenen Orten nicht nur Schutz vor der Kälte suchen, sondern auchvor Gewalt. Mit aller Engelsgeduld versorgen sie auch jene, die aufgrund ihrer Lebenssituation und ihrer Erfahrungen schon menschenscheu und ängstlich geworden sind. Nie geben sie jemanden auf, bieten Hilfe, eine Tasse wärmenden Tee oder einen warmen Schlafsack an. So suchen sie vom 1. November eines jeden Jahres bis zum darauffolgenden 31. März mit dem Kältebus nach hilflosen Wohnungslosen, die nicht mehr aus eigener Kraft eine Kälte-Notübernachtung aufsuchen können. Zuweilen stoßen sie dabei auch auf Grenzen, wenn Wohnungslose plötzlcih nicht mehr an ihrem angestammten Platz auffindbar sind. Dann hören sie sich um, bis sie wissen, wo der oder diejenige abgeblieben ist. Zuweilen steht zum Resultat der Recherche fest, dass einer verstorben ist, schließlich haben Menschen, die viele Jahre auf der Straße Leben, keine lange Lebenserwartung.Besonders hart ist es für die Kältebusteams zu sehen, wenn bereits 14jährige die Straße zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht haben, weil sie vor einem Zuhause fliehen, das ihnen keinen Halt mehr verspricht oder wo ihnen darüberhinaus Gewalt droht. Diese Jugendlichen geraten vom Regen in die Traufe, denn auch auf der Straße bleiben sie einsam, während sie ihr Überleben mit Betteln, Diebstahl, Hehlerei oder Prostitution sichern.Wenn sie vom Kältebus in einer für sie geeigneten Unterkunft gebracht werden können, wo sie auch jugendgercht betreut werden, kann dies unter Umständen für sie der Austritt aus einem Teufelskreislauf bedeuten.

In Deutschland leben rund 46.500 Kinder und Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen. 3.000 bis 5.000 dieser Kinder sterben jährlich. So ist es verständlich, dass die Mehrheit dieser Kinder und ihre Familien sich nichts Sehnlicheres wünschen, als so viel wie möglich der verbleibenden Lebenszeit in einer häuslichen Umgebung zu verbringen statt in einer Klinik. Diesen Kindern, die keine Hoffnung mehr auf Heilung haben, hilft die Björn Schulz Stiftung in Berlin mit dem Kinderhospiz Sonnenhof in der Wilhelm-Wolff-Straße in Pankow. Das Ziel des Hospizes ist es, Familien nach Möglichkeit zu entlasten. Das geschieht durch einen Aufenthalt der gesamten Familie im Hospiz, sodass die Eltern „mal wieder eine Nacht durchschlafen oder sich eine gewisse Zeit ausschließlich um die Geschwister kümmern können. In dieser Zeit wird das erkrankte Kind vom Pflegepersonal und Pädagogen gepflegt, beschäftigt, gefördert und betreut. Für das Jahr 2011 gerechnet, verbrachten die Kinder und Jugendlichen 60 Tage im Jahr im Hospiz, wertvolle Zeit für die ganze Familie, die auf Wunsch auch über den Tod des Kindes hinaus weiter begleitet wird.  

29. Adventsbasar - Programm

1. Advent, 27. November 2016

13.00 Uhr       Gottesdienst              

14.00 Uhr       Eröffnung mit Posaunenchor und Eröffnung der Kaffeestube

15.00 Uhr      Adventssingen in der Dorfkirche

15.30 Uhr      Posaunenchor

18.00 Uhr       Adventsandacht und Ende des Basars                     

 

                                                                  

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