„Hier ist alles mit Liebe gemacht“

29.04.2016 06:47 von Stephanus Parmann

Die Bäckerei Merzdorfer Landbrot auf dem Rudower Markt bietet allerlei Köstlichkeiten

„Mann schmeckt das Brot lecker!“ Wie aus der Pistole geschossen erklärt Verkäuferin Katrin, was alles im Merzdorfer Landbrot steckt, währenddessen sie den Laib anschneidet und weitere Scheiben zum Probieren reicht: „Das Merzdorfer Landbrot besteht aus 70 Prozent Roggen sowie 30 Prozent Weizen und wird als klassischer Sauerteig produziert“.

Wir sind heute am Stand der Bäckerei Merzdorfer Landbrot, die jeden Mittwoch auf dem Rudower Markt in der Prierosser Straße ihre Zelte aufschlägt. Herrlich wie das hier am Verkaufs-Wagen nach frischem Brot und Brötchen duftet. Allein die Nase findet ihren Weg zielsicher hierher. Bäckermeister Stephan Sembritzki ist als Mitglied der Bäcker und Konditoreninnung Teltow-Fläming Bäcker aus Leidenschaft. Seit der Jahrtausendewende führt er die Traditionsbäckerei der Mutter in Baruth/Merzdorf fort. Im kommenden Jahr hat Sembritzki seinen Meisterbrief schon 25 Jahre in der Tasche. Seitdem bewahrt er die Tradition des guten alten Bäckerhandwerks, für das Deutschland mit seiner Brotvielfalt berühmt ist in der Welt. Heute hat die Bäckerei Merzdorfer Landbrot acht Mitarbeiter, die Brote backen, die bei Brotprüfungen mit „Sehr gut“ abschneiden. Bei solchen Tests werden die Brotsorten nach Oberflächen- und Krusteneigenschaften, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie auf Geruch und auf Aroma getestet. Erst wenn alles optimal zusammenpasst, so wie bei Meisterbäcker Sembritzki, stimmt es mit der hohen Bäckerkunst.

Wer eine Weile am Stand von Sembritzki auf dem Rudower Markt steht, merkt schnell, dass hier jede Menge Stammkunden einkaufen. Das sind Rudower wie Brigitte Lüttke, Konrad Fromm Frank Eberhard und Monika Hebben. Alles Kunden, die großen Wert legen auf gutes Brot mit einem vollmundigen Geschmackserlebnis und köstliche Kaffeestückchen und Kuchen zu fairen Preisen. Frau Lüttke mag den Apfelkuchen und die „Ossischrippe“. Bei der Ossischrippe wird der Teig lange geknetet und hat nicht so viel Zeit zu gehen, die Schrippe ist klein und fest, erklärt Katrin. Und die Schrippe ist knusprig, schmeckt würzig und vorzüglich, stellen wir fest. Auch die „Ossischrippe“ spricht dafür, dass Bäcker Sembritzki als Botschafter des guten Geschmacks für Brandenburg auf der diesjährigen „Grünen Woche“ auftrat. Deutschland ist mit rund 300 verschiedenen Brotsorten Brotweltmeister, es sind exzellente Bäckereihandwerker wie Sembritzki, die mit der regionalen Brotvielfalt ein Kulturerbe bewahren. Einer von Sembritzkis Rudower Stammkunden ist Frank Eberhard. „Hier ist alles mit Liebe gemacht“, betont er und empfiehlt mir erst die Bärentatze und dann die Donauwelle. Nebenbei bemerkt: Von jeder verkauften Bärentatze, einem Kartoffelbrötchen,  gehen seit 2008 zehn Cent an den Förderverein „Wildpark Johnnismühle“ im Baruther Urstromtal. Damit unterstützt Sembritzki Bären aus dem ehemaligen DDR Staatszirkus, die im Urstromtal eine schöne neue Heimat gefunden haben. Wir jedenfalls nehmen die Donauwelle und entdecken, dass Sembritzki nicht nur ein Händchen für hervorragendes Brot und Brötchen hat, sondern sich auch auf Süßes versteht: Die Buttercreme und dunkle Schokolade vergehen auf der Zunge und die leckeren Sauerkirschen runden die ganze Geschichte fruchtig ab. Bei Sembritzki findet eben jeder etwas nach seinem Geschmack. „Allein drei Sorten echtes Vollkornbrot gibt es hier. Zum einen das Dinkel mit Leinsamen, das Gerstenkorn, ein Mix aus Gerste und Dinkel, Sonnenblumen, Kürbiskern und Sesam sowie das Emmer-Urkornbrot, das aus Dinkel mit Emmerkernen besteht. Emmergetreide kommt aus der Gattung Weizen, gehört zu den ältesten kultivierten Getreidearten und besitzt einen hohen Eiweiß -und Mineralstoffgehalt. Durch Emmer bekommt Brot eine herzhafte kernige Note, erfahren wir.  Gutes Brot schmeckt und ist gesund! Bei den Brötchen schmeckt uns besonders das Roggen-Dinkel-Brot mit seinem würzig-milden Geschmack. Auch der Zuckerkuchen sticht uns ins Auge. „Der schmeckt wie bei Oma“, schwört Stammkundin Monika Hebben. Jetzt kommen Kunden-Empfehlungen von allen Seiten und wir haben nur eines im Sinn: Wir kommen wieder.

 

 

 

 

 

 

 

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