32. Rudower Hähnewettkrähen

29.04.2022 06:24 von Redaktion

Am Sonntag, dem 1. Mai haben in Rudow im Vereinsgarten der Eigenheim- und Grundbesitzer Rudow e.V. in der Neuköllner Str. 297 wieder die Hähne das Sagen. Wohl zum Leidwesen derer, die bis in die Morgenstunden den Tanz in den Mai zelebrierten. Während die Punktrichter vor den Käfigen der Hähne stillschweigend sitzen und 45 Minuten lang hochkonzentriert jeden einzelnen Laut aufs Papier bringen, wird sich das Federvieh seinem Naturell gemäß nach Lust und Laune mit erhobener Stimme und einem schönen Vibrato austoben. Ab 9.45 werden die Hähne in die Käfige gesetzt und ab 10.30 Uhr geht es los. Auch in diesem Jahr werden die Rudower Hähne beweisen, dass es in Rudow trotz seiner rund 42.000 Einwohner noch ländlich zugeht. Dabei präsentieren sie sich hier mit allem Stolz in ihrer ganzen Farbpracht und Vielfalt und krähen in unterschiedlichen Tonhöhen. Spitzenkräher bringen es auch schon mal auf 120 Kräher in einer Dreiviertelstunde! 

Das Hähnewettkrähen ist besonders bei Familien beliebt, schließlich gibt es für Großstadtkinder nicht viele Möglichkeiten, Landleben pur zu erleben. Hier kommen sie auch zum Zuge mit der 18. Bezirksmeisterschaft von Neukölln – mit der Wahl des schönstens Hauskaninchens. Dafür bringt jedes Kind oder jede Familie sein Häschen zur Begutachtung vor Ort mit. Kaninchenrasse und die Größe des Kaninchens spielen dabei keine Rolle. Wichtig ist, dass es gepflegt und gesund ist. Die Kaninchen werden erfahrene Züchter unter die Lupe nehmen, um schließlich eine Bewertungskarte auszufüllen. Anschließend wird mit Einbeziehung der Stimmen des Publikums die Bezirkssiegerin respektive der Bezirkssieger ermittelt. Als Dank für die Teilnahme erhalten alle eine Urkunde.

 

Hähne beginnen mit dem Krähen immer zwei Stunden vor Sonnenaufgang. Das macht sie zuweilen nicht beliebt. Doch sie tun dies nicht, um irgendwen zu ärgern. Es ist schlichtweg ihre Natur. Geleitet werden sie von einer inneren biologischen Uhr. Es spielt also keine Rolle, ob es draußen dämmert oder der Hahn einem zunehmenden Licht ausgesetzt ist. Auch im Dunkeln belassene Hühner krähen zwei Stunden vor Sonnenaufgang. Bislang ist nicht geklärt, warum in Rudow der eine Hahn in 45 Minuten 50 oder 100 Mal kräht und sein Nachbarhahn so gut wie gar nicht. Ursprünglich soll das Krähen beim Bankivahuhn, von dem alle Haushuhnrassen abstammen, ein Revierruf des Hahns sein, der anderen Hähnen signalisiert: „Hier hast du nichts zu suchen“. Allerdings soll bei Haushühnern laut Forschung der Krähruf des Hahns keine eindeutige Rolle im Kennzeichen des Territoriums mehr spielen. Allerdings nimmt man an, dass sich der Typ „Häufiger Kräher“ in der Selektion bei Entwicklung des Wildhuhns zum Haushuhn durchgesetzt habe. Schließlich soll das Krähen hormonell gesteuert sein, denn nach einer Kastration eines Hahns, hört er mit dem Krähen auf. Übrigens: Auch Hennen können krähen. Komme dies allerdings häufig vor, lasse dies auf eine Atrophie der Eierstöcke im Alter oder auf eine Eierstockentzündung schließen. Übrigens: Normalerweise dauert ein Krähruf etwa 1,6 Sekunden. Es gibt allerdings auch Langkräher, dies es auf 20 Sekunden bringen. Man geht davon aus, dass sich Langkräher wie die „Bergischen Kräher“ oder „Indonesischen Kräher“ durch Hähnewettkrähen entwickelt haben. So soll es im Herzogtum Berg über Jahrhunderte hinweg Hähnewettkrähen gegeben haben. 

Die Wettbewerbe werden auch dieses Mal unter der Schirmherrschaft des Hahnhalters Peter Scharmberg durchgeführt. Er ist auch Mitglied der Kleintierzüchtergruppe D34. Zu den eingeladenen Ehrengästen zählen unter anderem Bezirksbürgermeister Martin Hikel sowie Neuköllns Bezirksstadträte. So bietet das Event auch die Möglichkeit, im geselligen Rahmen mit der Politik ins Gespräch zu kommen. Die Kleintiergruppe D34 zeichnet sich durch Gastfreundschaft aus und freut sich jedenfalls auf viele große und kleine Besucher. Der Eintritt ist frei. 

32. Hähnewettkrähen

Programmablauf: Begrüßung der Gäste 10:15 Uhr

Einsetzen der Hähne 9:45 Uhr Beginn des Krähens 10:30 Uhr

Ende des Krähens 11:15 Uhr Preisverteilung ca. 13:00 Uhr.

Nach dem Startsignal wird jeder Hahnenschrei notiert. Am Schluss wird dann der größte Schreihals ermittelt. Der Sieger erhält einen Pokal.

 

18. Bezirksmeisterschaft von Neukölln“ - die Wahl des schönsten Hauskaninchens

Startgeld je Kaninchen: 2,- Euro. Einsetzen der Kaninchen bis 11:30 Uhr

Preisverteilung etwa um 14:00 Uhr.

Fahrverbindungen: Bus 171, 167, M11 und U-Bahn Zwickauer Damm.

Autobahn: A113, Ausfahrt Stubenrauchstraße. S.P.

 

 

 

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