Neuköllner Schwimmbär weiter auf Erfolgskurs

10.07.2017 21:25 von Stephanus Parmann

Wenn sich der „Neuköllner Schwimmbär Mitte Juli mit seiner letzten Runde im Jahr 2017 in die Pause verabschiedete, hatten 61 Schulklassen an dem Projekt teilgenommen. „22 Neuköllner Grundschulen haben dann über 1.200 Zweitklässler in das Kombibad Gropiusstadt geschickt, wo sie jeweils eine Woche lang mit viel Spaß unter fachkundiger Anleitung des inzwischen achtköpfigen Trainerteams das Medium Wasser kennengelernt und für sich erkundet haben“, berichtet Schul- und Sportstadtrat Jan-Christopher Rämer.  

Die Schwimmbär Kurse werden von den SG Neukölln-Schwimmtrainerinnen Daniela von Hoerschelmann und Nicole Hilarius abgehalten. Entwickelt wurden sie auch mit Hilfe der Schulsportleiter Edgar Damm und Marco Guhl aus Rudow. Mit dem Neuköllner Schwimmbär werden bestimmte Fähigkeiten erlernt, die den Schluss zulassen, dass sich die Kinder an das Wasser gewöhnt haben und keine Angst vor ihm haben. Dazu zählt beispielsweise, dass sie sich aus eigenem Antrieb vom Beckenrand, der Leine oder der Hand des Trainers ins Wasser begeben, sich auf dem Rücken im Wasser treiben lassen oder mit dem Mund ins Wasser pusten. Darüber hinaus zählt dazu, dass sie sich an den Händen durchs Wasser ziehen lassen, alleine mit Schwimmhilfen ins tiefe Wasser gehen mit dem Kopf ins Wasser tauchen und alleine ins Wasser springen. Auch die Baderegeln lernen die Kinder. Sie lernen die Regeln, dass man nie erhitzt und nicht mit vollem Magen ins Wasser springt. Zu den Badegeboten zählen auch, dass andere nie ins Wasser gestoßen werden dürfen und dass man bei Gewitter und Sturm das Wasser verlassen muss. Die Kinder lernen ebenso, nie in ein unbekanntes oder gar flaches Gewässer zu springen. Damit erwerben sie Grundfertigkeiten wie Atmen, Schweben, Gleiten, Springen und Tauchen.

„Das Projekt leistet einen maßgeblichen und nachhaltigen Beitrag dafür, die Nichtschwimmerquote an den Neuköllner Schulen weiter zu senken. Ziel bleibt es, dass die Neuköllner Nichtschwimmerquote unter den Schülerinnen und Schülern eines Tages wieder gegen Null geht. Diesen Zustand hatten wir schon einmal, allerdings in den 80er Jahren“ , erklärt Rämer und betont, dass er sich  „für diese notwendige Renaissance der Kultur- und Überlebenstechnik Schwimmen“ in Neukölln einsetzt. In den vergangenen zwei Jahren (2015/2016) haben rund 1.200 Kinder der 2. Klassen aus 18 Neuköllner Grundschulen am „Neuköllner Schwimmbär teilgenommen. Die Früchte des Erfolgs lassen sich sehen: Nach zwei Jahren „Neuköllner Schwimmbär konnte die Nichtschwimmerquote der Drittklässler Neuköllns von 42 % auf unter 25 % gesenkt werden! „Die Zahlen für das Schuljahr 2016/17 liegen noch nicht vor, wir prognostizieren aber einen weiteren Rückgang der Nichtschwimmerquote auf unter 20 Prozent“, so Rämer

Im Jahr 2017 geht die Erfolgsgeschichte weiter.  Am 23. Februar des Jahres wurde dafür  der Verein „Neuköllner Schwimmbär“ unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeisterin Giffey mit Schulstadtrat Jan-Christopher Rämer, den Schwimmtrainerinnen Daniela von Hoerschelmann (1. Vorsitzende) Nicole Hilarius und Stephanie Backhaus und den weiteren Vereinsmitgliedern Renate Backhaus, Monika Haspel und Ingo Wolff aus Rudow gegründet.

Im dritten Jahr hat der „Neuköllner Schwimmbär die Vorjahreszahlen erneut beeindruckend steigern können: Es nehmen mit rund 1.200 Zweitklässler*innen so viele Kinder teil, wie in den vergangen zwei Jahren zusammen genommen.

Für die Einzigartigkeit des Neuköllner Wassergewöhnungsprojekts, sein Konzept und den großartigen Erfolg sprechen noch weitere Zahlen. Bereits eine Woche vor Projektende haben über die Heranführung an das sichere und angstfreie Verhalten im Wasser hinaus 165 Mädchen und Jungen sogar das *Seepferdchen* Abzeichen erschwommen; 93 Kinder können sich über das Schwimmabzeichen in Bronze freuen und zehn haben es sogar in Silber geschafft. Darüber hinaus wagten 562 Kinder den Sprung vom 1-Meter-Brett ins tiefe Wasser und 336 hatten den Mut, sogar vom Drei-Meter-Turm zu springen!

 

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