SPD Wein-Picknick mit viel Politikprominenz

01.09.2014 22:08 von Stephanus Parmann

Liedermacher Axel Stiller begeisterte

Bei durchwachsenem Wetter und milden Temperaturen feierten die Rudower am 30. August fröhlich mit der SPD im Hof der Alten Dorfschule das 5. Weinpicknick. Während die Gastgeber auserlesene Weine, Getränke und Brezeln zu zivilen Preisen anboten, kamen die Gäste mit Picknickkörben, die mitunter keine Wünsche übrig ließen: Weißbrot, Käse und allerlei Leckereien und Süßes wurde auf den langen Tischen ausgebreitet und mit anderen geteilt. So zu feiern, nannten die alten Griechen Agape (lateinisch: caritas), was so viel wie uneigennützige Liebe heißt oder das Liebesmahl bezeichnet.

 

Für den musikalischen Part sorgte der Chemnitzer Liedermacher Axel Stiller mit anspruchsvoller Unterhaltung. Außerdem kamen einige Überraschungsgäste aus der politischen Szene. Neben dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Fritz Felgentreu besuchten das Weinpicknick auch der Fraktionschef der SPD, Rahed Saleh, der Landtagsabgeordnete Joschka Langenbrinck sowie die für Bildung, Schule, Kultur und Sport zuständige Neuköllner Bezirksstadträtin Dr. Franziska Giffey. Nachdem die Politprominenz spontan Reden aus dem Bauch heraus hielt, tauschten sich die Sozialdemokraten mit den Bürgern aus. Dass den Politikern der Austausch mit den Bürgern sehr wichtig ist, betonte vorab der Vorsitzende der Rudower SPD, Martin Hikel. Er erläuterte anhand der Beleuchtungssituation in der Prierosser Straße, wo Bürger ihm gegenüber das Dämmerlicht beklagten, was ein Bezirkspolitiker tun kann, um Klarheit in das Dunkel bestimmter Sachverhalte und Problemlagen zu bringen, um schließlich politisch aktiv zu werden und nach vernünftigen Lösungen zu suchen. Auch Dr. Fritz Felgentreu berichtete aus seinem Alltag im Deutschen Bundestag, wo er unter anderem in den Ausschüssen für Familien- und Sicherheitspolitik arbeitet. Gerade in der Sicherheitspolitik wird angesichts der aktuellen Krise in der Ukraine und den Aktionen der Terrorgruppe Islamischer Staat (ISIS) derzeit viel Fingerspitzengefühl von der Politik erwartet. So begrüßt Dr. Fritz Felgentreu, dass Außenminister Frank-Walter Steinmeier den Gesprächsfaden zu seinem russischen Kollegen Lawrow nicht abreißen lässt und Felgentreu betont, „ein dauerhafter Frieden in Europa ist nur mit Russland möglich.“

 

Um Entscheidungen gerungen wird allerdings auch in der Bezirkspolitik. So erläuterte die Schulstadträtin Dr. Franziska Giffey anhand des Neubaus der Clay-Schule, wie viele Hürden der Bezirk überwinden musste, damit endlich mit dem Bau der neuen Schule am Standort August-Fröhlich-Straße in Rudow begonnen werden kann. Kaum hatte man die letzten Schranken beseitigt und die Finanzierungsfrage war auf der Landesebene geklärt, zogen dunkle Wolken am Horizont auf: Es stellte sich heraus, dass auf dem Gelände eine Wirtschaftsbaracke eines NS-Zwangsarbeiterlagers steht, die die Denkmalschutzbehörden zuerst behalten wollten. Schließlich einigte sich diese mit dem Bezirk darauf, dass die stark mit Giftstoffen belastete Baracke zurückgebaut und der Rückbau dokumentiert wird. Kosten für den Bezirk: 400.000 Euro – auch diese letzte große Hürde wurde gemeistert. Zum Tag des offenen Denkmals am 14. September kann das künftige Schulgelände für den Neubau der Clay-Oberschule in der Zeit von 13-17 Uhr am Neudecker Weg 14-22 von der Öffentlichkeit besichtigt werden, berichtete Dr. Giffey. Allerdings werde um Voranmeldungen per E-Mail gebeten: corinna.tell@bezirksamt-neukoelln.de

 

Dass der seit 2011 amtierende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, Rahed Saleh, mit seiner Rede für sich und das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin warb, liegt auf der Hand. Nur wenige Tage zuvor hatte Klaus Wowereit seinen Rücktritt angekündigt und Saleh gab am 27. August seine Kandidatur für das Amt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin in der SPD bekannt. Rahed Saleh erinnerte an sein Engagement für das von ihm vorgeschlagene Brennpunktschulenprogramm, von dem auch viele Neuköllner Schulen profitieren. Und er hob seinen Einsatz für die Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe hervor. „Ich hoffe, an meinen Leistungen gemessen zu werden und nicht an meinem Migrationshintergrund“, wünscht sich der Fraktionsvorsitzende. 

 

Ihre Professionalität stellten nicht nur die SPD-Politiker unter Beweis, auch der Liedermacher Axel Stiller bewies mit seinem Liveauftritt und seinen hervorragenden Texten und Eigenkompositionen, dass er das Zeug hat, in der ersten Reihe mit Hannes Wader & Co zu stehen. Das gilt für sein Spiel auf der akustischen Gitarre ebenso wie für seinen lupenreinen Gesang und die poetischen Texte. Trotz melancholischer Nuancen kommt Stiller stets mit einer Brise Leichtigkeit daher und lässt genussvoll aufhorchen.

Insofern bot die Rudower SPD mit dem 5.Weinpicknick neben tiefen Einblicken in die Politik auch ein Stück bester Lebensart.

 

 

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