Stadtbäume brauchen Wasser

27.05.2020 14:02 von Stephanus Parmann

„Wir brauchen Bäume zum Leben – und jetzt brauchen die Bäume uns alle, um überleben zu können. Unsere Straßenbäume benötigen dringend Wasser. Deshalb bitte ich die Bürgerinnen und Bürger unser Grünflächenamt dabei zu unterstützen, die Bäume vor dem Vertrocknen zu schützen und unsere grünen Neuköllner Oasen zu erhalten“, betont Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD).

Berlin und Brandenburg erleben den dritten trockenen Frühling in Folge. Und gerade der  Frühling ist eine kritische Zeit für unsere Stadtbäume. Sie brauchen viel Wasser, um ihre  Blätter und Blüten zu entwickeln. Bleibt das Wasser aus, verlieren die Bäume an Widerstandskraft, sie werden anfälliger gegen Pilzbefall und den Borkenkäfer. Abgestorbene Äste und Baumkronen sind die Folgen. Im Schlimmsten Fall muss der Baum gefällt werden, wenn er an Standsicherheit verliert. Kurz gesagt: Es muss jetzt und sofort gehandelt werden, um unsere Berliner Bäume vor gravierenden Langzeitschäden zu bewahren, warnt der BUND Berlin. Er wünscht sich ebenso wie Bezirksbürgermeister Hikel Nothilfe von Bürgern, die nun regelmäßig Stadtbäume gießen. Selbstverständlich ist dem Neuköllner Grünflächenamt die prekäre Situation der Stadtbäume und der gesamten Vegetation infolge der Trockenheit, die sich nun schon von 2018 an bis ins Frühjahr 2020 erstreckt, nicht verborgen geblieben. Doch reichen angesichts der bestehenden Not die personellen Möglichkeiten des Grünflächenamts nicht aus, um eine ausreichende Bewässerung der Straßenbäume zu gewährleisten. Denn die Straßenbäume sind nur ein Teil der Vegetation, um die sich das Grünflächenamt kümmern muss.  Es ist zuständig für Grün- und  Freiflächen von der Hasenheide über Britz, Buckow und Rudow mit 92 Schulen und Horte, 13 Jugendeinrichtungen, 123 Spielplätze, 28 öffentliche Gebäudeanlagen, 20 Sportanlagen und neun Friedhöfe. Selbst die Vergabe von Aufträgen an Fremdfirmen und die Inanspruchnahme von Hilfen des Technischen Hilfswerks sowie der Feuerwehr oder der Berliner Polizei, die zuweilen mit  Wasserwerfer  in der Vergangenheit half, können die Not der Stadtbäume nicht ausreichend lindern. 

 Wie können die Neuköllner Bürger helfen? Sie rufen die Online Plattform www.giessdenkiez.de auf, wo exakte Daten aus Berlins Bezirksämtern zum Zustand und Alter der Straßenbäume zusammengefasst sind. Hier kann für jeden einzelnen Neuköllner Straßenbaum der individuelle Wasserbedarf eingesehen werden. Besonders viel Wasser benötigen neu gepflanzte Bäume und andere Pflanzen am Straßenrand. Einmal pro Woche 8 – 12 Eimer (!) pro Baum empfiehlt der BUND-Berlin, damit auch das tiefere Wurzelwerk erreicht wird. An vielen Stellen in Neukölln gibt es große Pumpen auf dem öffentlichen Straßenland, an denen Wasser zur Bewässerung entnommen werden kann. Jede Bewässerung hilft dabei, die Bäume und Vegetation vor dem Absterben durch Vertrocknung zu schützen. Wo die Pumpen in Ihrer Nähe stehen, kann man unter www.bund-berlin.de/mitmachen/aktion-baeume-giessen erfahren.

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