Ein Hoch auf Sieglinde

09.12.2019 11:14 von Stephanus Parmann

n Neumanns Kartoffel-Boutique treffen sich die Stars unter den Kartoffeln

Kartoffel Neumann in Rudow präsentiert zurzeit einen Star unter den Kartoffelsorten: Sieglinde. Sie wurde 2010 unter 5500 Mitbewerben zur Kartoffel des Jahres gekrönt. Doch auch nach ihrer Krönung blieb sie bodenständig. Besonders liebt sie das Huvenhoopsmoor rund um die Gemeinde Gnarrenburg, weiß Neumann. Hier in der Umgebung des Naturschutzgebietes findet sie die idealen Bedienungen, um ihren delikaten würzigen Geschmack zu entfalten, den sie in einer lang gestreckten Form verpackt. So kommt sie auf den Teller als Pell-, Salz- oder Ofenkartoffel. Schon wer sie im Naturzustand anfasst, kommt ins schwärmen. Sie ist speckig und hinterlässt nach dem Anfassen samtweiche Hände. Die Gnarrenburger Sieglinde liebt nicht nur das geschützte Hochmoor, sondern auch eine Verpackung, die die Natur um sie herum nachhaltig schützt. Denn umgeben ist Sieglinde im Huvenhoopsmoor von Kranichen, die auf ihrem Flug hier hier Futter finden. Auch Graugänse, Baumfalken und 20 Libellenarten leben mit ihr zusammen. Auch für Sieglindes Bedürfnisse nach Naturschutz hat Kartoffel Neumann auf dem Rudower Wochenmarkt ein Herz. Gerne verpackt er Sieglinde und andere wundervolle Kartoffelsorten in einem ökologiefreundlichen Baumwollbeutel, den eine fröhliche Kartoffel ziert. Schließlich haben es alle Kartoffeln verdient, dass wir ihre Lebensumwelt schützen. Schon weil Kartoffeln, nachdem Friedrich der Große per Kartoffelbefehl den intensiven Anbau 1746 anlässlich einer Hungersnot in Pommern gegeben hatte, die Bevölkerung fortan bestens ernährten und Hungersnöte gelindert oder gar verhindert haben.

In Neumanns Kartoffel-Boutique finden sich neben Sieglinde Kartoffeln mit so klangvollen Namen wie Leila, Laura, Amandine, Adretta, Linda oder Bamberger Hörnchen. Alles Sorten, die bei guten Köchen beliebt sind. Schließlich hat jede Sorte ihren besonderen Geschmack. So wird der Linda mit ihrem tiefgelbem Fleisch mit Recht ein sehr guter cremiger Geschmack zugeschrieben. Und das Bamberger Hörnchen schmeckt leicht nussig, ist zartweich-saftig und hat eine intensive Geschmacksfülle, die zu Fleisch- und Fischspeisen, feinem Gemüse, zu Spargel oder zum festlichen Kartoffelsalat passt.

Mitunter wird um Kartoffeln richtig gekämpft, weil sie so gut schmecken wie die Sorte Linda.
So wollte der Agrakonzern Europlant ihren Vertrieb unterbinden, weil nach 30 Jahren das Sortenschutzrecht entfällt und er am Saatgutverkauf nicht mehr verdienen konnte. Bei Linda ist Europlant gescheitert, weil sich Landwirte Köche und Prominente und ein Gericht in England für Lindas Fortbestand stark machten. Für Kartoffeln aus Neumanns Kartoffel-Boutique lohnt es sich auf jeden Fall für ihren Erhalt und ihre ökologischen Lebensbedingungen zu kämpfen. Denn sie schmecken nicht nur ausgezeichnet, sondern sind darüber hinaus gesund und kalorienarm! Sie sind reich an Kohlehydraten und Vitaminen und enthalten Mineralstoffe wie Kalium, Eisen und Magnesium und Eisen. Darüber hinaus bieten sie hochwertiges Eiweiß und bestehen zu 80 Prozent aus Wasser.

Als Experte in Sachen Kartoffeln pflegt Rolf Neumann ein Erbe und setzt eine Tradition fort, die in Neukölln ihre Wurzeln hat. Es war Richard Müller, der parallel zu seinem Laden mit „Kartoffeln-Holz & Kohlen“ in der Blaschkoallee seit Anfang der 50iger Jahre Kartoffeln auch auf Märkten verkaufte. Sein umfangreiches Wissen gab er weiter an Neumanns Schwiegervater Manfred Schmidt, der es an Rolf Neumann vererbte und zuweilen noch heute mit Neumanns Frau Elke auf dem Markt am U-Bahnhof Wutzkyallee am Kartoffelstand steht. Wer also bei Neumann auf dem Rudower Wochenmarkt kauft oder sich seine Kartoffeln zum Einkellern liefern lässt, ist bestens beraten an einer Topadresse. Darüber hinaus gibt Rolf Neumann jeden Samstag auf dem Rudower Wochenmarkt gerne Tipps, welche Kartoffel mit welchem Gericht am besten harmoniert.

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